Nachschlagen

Gusseisen-Glossar

Fünfundzwanzig Begriffe rund um Gusseisen in je wenigen Sätzen – von Boosterfunktion bis Wärmespeicher, mit Link zur passenden Anleitung.

Geprüft/aktualisiert: · Quellen (16) · redaktionell recherchiert, keine Produkttests

Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die in unseren Anleitungen vorkommen. Die Definitionen stützen sich auf Herstellerangaben, amtliche und berufsgenossenschaftliche Hinweise; wo eine belastbare Quelle fehlt, steht nur eine knappe Umschreibung. Jeder Eintrag verweist auf die Anleitung, in der der Begriff vorkommt.

So nutzen Sie das Glossar

Die Begriffe stehen alphabetisch. Jeder Eintrag hat einen eigenen Anker, sodass andere Seiten gezielt darauf verweisen können. Zwei Begriffe haben bewusst mehrere Bedeutungen oder Schreibweisen: „Patina“ meint bei rohem Gusseisen die eingebrannte Schicht und bei Emaille etwas anderes; „Seasoning“ ist das englische Wort für das Einbrennen. Fremdwörter sind als solche ausgezeichnet, damit Vorleseprogramme sie richtig aussprechen.

Das Glossar ersetzt keine Anleitung. Wo ein Begriff eine Handlung betrifft, etwa das Einbrennen oder das Entfernen von Rost, finden Sie die Schritte auf der verlinkten Seite. Die Pflegeanleitung Ihres Produkts geht allen Hinweisen vor, auch denen dieses Glossars. Temperatur- und Zeitangaben nennen wir im Glossar nicht; sie unterscheiden sich je nach Hersteller deutlich.

Einen schnellen Einstieg nach Problem statt nach Begriff bietet der Ratgeber-Hub; häufige Fragen mit Kurzantworten sammelt die Seite Häufige Fragen zu Gusseisen.


Die Begriffe im Einzelnen

Boosterfunktion

Eine Zusatzstufe mancher Induktionskochfelder. Ein Hersteller emaillierten Gusseisens rät bei Induktion davon ab, die Boosterfunktion zu verwenden, und empfiehlt stufenweises Erhitzen. Wie die Funktion an Ihrem Kochfeld arbeitet, steht in dessen Anleitung. Siehe Gusseisen auf Induktion und Glaskeramik.

Bräter

Ein Topf mit Deckel für Braten und Schmorgerichte. Im Katalog tragen ähnliche Töpfe die Namen Bräter, Cocotte und Schmortopf; eine allgemein verbindliche Abgrenzung gibt es nicht. Die Auswahl nach Größe und Bauart behandelt die Seite Gusseisentopf: Größe wählen, Töpfe und Bräter im Überblick bietet der Bereich Töpfe und Bräter.

Cocotte

Ein Topf mit Deckel zum Schmoren und Braten. Ein Hersteller nennt die Cocotte unglaublich vielseitig einsetzbar; eine Definition liefert er nicht. Im Alltag überschneidet sich der Begriff mit „Bräter“. Weiter bei Pfanne, Bräter oder Dutch Oven.

Deckelheber

Ein Werkzeug, mit dem sich der heiße Deckel eines Dutch Ovens anheben lässt. Hersteller führen es als Zubehör. Welches Zubehör im Katalog liegt, zeigt der Bereich Pflege und Zubehör.

Dutch Oven (Feuertopf)

Ein gusseiserner Topf mit Deckel. Ein Hersteller schreibt, der Dutch Oven sei in Deutschland auch als Feuertopf bekannt. Wann ein solcher Topf sinnvoll ist, erklärt die Seite Pfanne, Bräter oder Dutch Oven.

Einbrennen (Seasoning)

Ein hauchdünner Ölfilm wird so stark erhitzt, dass er sich zu einer festen, trockenen Schicht verbindet. Das Öl zieht nicht ein, es härtet aus. Das Ergebnis heißt Einbrennschicht oder Patina. Der englische Begriff ist Seasoning. Den Ablauf beschreibt die Anleitung Gusseisen einbrennen.

Emaille

Eine Glasschicht auf der Oberfläche; laut Hersteller besteht Emaille hauptsächlich aus Glas. Emailliertes Gusseisen wird nicht wie rohes Gusseisen im Backofen eingebrannt, auch wenn einige Hersteller vor dem ersten Gebrauch ein dünnes Einölen empfehlen. Mehr bei Gusseisen: emailliert oder roh.

Glaskeramik

Das Material glatter Kochfeldflächen. Hersteller von Gusseisen raten auf Glaskeramik und Induktion dazu, das Geschirr anzuheben statt zu verschieben, um Kratzer am Kochfeld und am Geschirr zu vermeiden. Siehe Gusseisen auf Induktion und Glaskeramik.

Grauguss (spröde)

Eine Gusseisenart. Nach einem Lexikon hat Grauguss keine erkennbare Elastizität und muss deshalb als ziemlich spröde eingestuft werden; die Graphitlamellen wirken bei Zugbelastung als Kerben. Ein Hersteller folgert daraus, man solle Gusseisen niemals fallen lassen, es könne sonst reißen. Siehe Gusseisen reißt: Thermoschock vermeiden.

Gusspfanne (Skillet, Grillpfanne)

Eine Pfanne aus Gusseisen. Im Englischen heißt sie oft Skillet. Eine Grillpfanne beschreibt der Katalog als Pfanne, die laut Listing für Gasgrill, Feuerstelle, Backofen und Herd ausgelegt ist; ob das für Ihr Stück gilt, steht in der Herstellerangabe. Gusseisenpfannen im Überblick: Gusseisenpfannen.

Hot-Spot (hot spot)

Eine Stelle, die deutlich heißer wird als ihre Umgebung. Ein Hersteller schreibt, dass größeres Geschirr auf einem kleineren Brenner Hot-Spots erzeugt. Daraus folgt nur: Kochzone passend zum Geschirr wählen. Eine allgemeine Aussage über die Wärmeverteilung von Gusseisen lässt sich daraus nicht ableiten. Mehr in Gusseisenpfanne richtig erhitzen und braten.

Induktion

Ein Kochverfahren, bei dem Magnetfelder das Geschirr erhitzen. Die Pfanne muss dafür laut Hersteller eisenhaltig sein. Gusseisen ist ferromagnetisch und funktioniert auf Induktion; emailliertes Gusseisen ist laut Herstellern für alle Herdarten einschließlich Induktion geeignet. Einzelheiten zu Gusseisen auf Induktion steht auf der Seite Gusseisen auf Induktion und Glaskeramik.

Kettenreiniger

Eine Reinigungshilfe aus Edelstahlkette; das Katalogstück ist laut Listing aus Edelstahl. Welche Hilfsmittel Ihr Hersteller zulässt, steht in der Pflegeanleitung: Ob grobe Hilfsmittel wie Stahlwolle oder ein Metallschwamm zulässig sind, hängt vom Hersteller ab, denn sie entfernen auch die Einbrennschicht, die danach neu aufgebaut werden muss. Siehe Gusseisen reinigen.

Patina

Der Begriff hat zwei Bedeutungen. Bei rohem Gusseisen ist Patina die eingebrannte Schicht aus Fett oder Öl; sie ist kein Rost. Bei Emaille bezeichnet ein Hersteller mit Patina eine bräunliche Schicht, die sich im Laufe der Zeit innen am Boden bildet und laut Hersteller nicht entfernt werden sollte. Mehr bei Patina bei Gusseisen.

Pflegepaste

Ein Mittel eines Herstellers zum Einbrennen und Pflegen von Guss- und Schmiedeeisen. Sie ist neben hoch erhitzbarem Pflanzenöl eine Möglichkeit, die ein Hersteller nennt. Welches Mittel Sie nehmen, hängt von Ihrer Pflegeanleitung ab. Siehe Gusseisen einbrennen.

Picots (Deckeldornen)

Ein Herstellerbegriff für Dornen auf der Innenseite des Deckels bestimmter Töpfe. Laut dem Hersteller sammelt sich die beim Garen kondensierte Flüssigkeit am schweren Deckel der Cocotte. Ob ein Topf solche Dornen hat, steht in der Produktbeschreibung. Mehr bei emailliert oder roh.

Polymerisation

Der chemische Fachbegriff für das Aushärten beim Einbrennen. Ein Hersteller beschreibt Seasoning als Öl, das durch Polymerisation auf die Pfanne eingebrannt wird, wobei aus einer nassen Flüssigkeit eine glatte, harte Oberfläche wird. Siehe Gusseisen einbrennen.

Rauchpunkt

Die Temperatur, bei der sich ein Öl oder Fett unter Hitze zu zersetzen beginnt (laut DGE); sichtbarer Rauch ist das Zeichen dafür. Beim Einbrennen wird diese Temperatur bewusst überschritten, deshalb raucht es. Siehe Gusseisen qualmt beim Einbrennen.

Ringreiniger

Eine Reinigungshilfe, die ein Hersteller neben Drahtbürste und Schaber zum Entfernen von Rost nennt. Siehe Rost vom Gusseisen entfernen.

Rost

Entsteht laut einem Hersteller, wenn Gusseisen im Spülwasser liegen bleibt, in die Spülmaschine kommt, an der Luft trocknet oder feucht gelagert wird. Rost ist etwas anderes als Patina. Wie Sie ihn entfernen und das Stück danach neu einbrennen, steht auf der Seite Rost vom Gusseisen entfernen.

Selbstentzündung (ölgetränkter Tücher)

Laut Unfallversicherung (DGUV) und Berufsgenossenschaft (BG ETEM) können sich Tücher, die mit Pflanzenölen mit ungesättigten Fettsäuren getränkt sind, durch Wärmestau von selbst entzünden – besonders bekannt bei Leinöl. Mit Öl getränkte Tücher, Küchenpapier oder Schwämme nicht zusammengeknüllt liegen lassen und nicht in den Mülleimer stopfen. Die DGUV empfiehlt, sie flach auszubreiten oder aufzuhängen, bis sie trocken und ausgehärtet sind, und dann in den Hausmüll zu geben – oder sie nass in einem geschlossenen Metallbehälter zu sammeln. Die ganze Regel steht im Kasten auf der Seite Gusseisen qualmt beim Einbrennen.

Thermoschock

Die Folge ungleichmäßiger Erwärmung: Wird Gusseisen zu schnell erhitzt, kann laut einem Hersteller die Temperatur im Eisen aus dem Gleichgewicht geraten; im schweren Fall kann das Geschirr brechen. Auch kaltes Wasser auf heißem Gusseisen kann Risse verursachen. Mehr bei Gusseisen reißt: Thermoschock vermeiden.

Unemaillierter Rand

Der Rand emaillierter Töpfe ist nicht von Emaille bedeckt und kann laut Herstellern rosten. Abwaschen, gründlich trocknen und dünn mit Speiseöl einreiben, rät eine Hersteller-Anleitung. Siehe Emaille: Flecken und rostender Rand.

Vorgeseasont (vorgebrannt)

Ab Werk eingebrannt. Ein Hersteller schreibt, alle seine Gusseisenprodukte seien voreingebrannt; ein anderer, sein Produkt sei vorab mit einem pflanzlichen Öl erhitzt worden und gleich gebrauchsfertig. Ein erstes Einbrennen ist dann nicht nötig – prüfen Sie die Herstellerangabe. Siehe Gusseisen einbrennen.

Wärmespeicher

Gusseisen speichert Hitze gut und gibt sie langsam wieder ab; so beschreiben es Hersteller. Deshalb nennen sie stufenweises Erhitzen und gute Ergebnisse bei niedriger bis mittlerer Stufe. Siehe Gusseisenpfanne richtig erhitzen und braten.


Was dieses Glossar nicht behandelt

Gusseiserne Teekannen sind ein eigenes Thema und gehören nicht hierher; dazu gibt es eine eigene Seite, teezubehoer-kaufen.de. Stahlpfannen („Eisenpfannen“) sind ein anderes Material mit eigener Pflege und nicht Thema dieser Seiten. Brot im Topf backen ist nicht Thema dieser Seiten. Begriffe ohne belastbare Quelle, etwa Herkunftsangaben oder Jahreszahlen zur Geschichte einzelner Bauformen, nehmen wir nicht auf.

Ein Wort zur Auswahl der Begriffe: Wir haben Wörter aufgenommen, die in den Anleitungen vorkommen und beim Lesen Fragen auslösen. Das sind vor allem Fachwörter zu Einbrennen, Hitze und Material sowie Bauformen aus dem Katalog. Fehlt ein Begriff, den Sie vermissen, schreiben Sie uns über das Impressum.

Quellen und Stand

Geprüft/aktualisiert: 16.10.2026· Quellen (16)· redaktionell recherchiert, keine Produkttests

  1. Lodge: All about seasoning – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  2. Lodge: Cast Iron Troubleshooting – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  3. Lodge: Can I use cast iron on an induction cooktop? – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  4. Lodge: How to use cast iron over any heat source – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  5. Petromax: Gusseisen einbrennen (Ratgeber) – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  6. Petromax: Gusseisen reinigen & pflegen (Ratgeber) – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  7. Petromax: Häufig gestellte Fragen, Auszug – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  8. Petromax: Grillen mit Gusseisen (Dutch Oven, Deckelheber) – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  9. Zwilling/STAUB: Pflegehinweise für gusseisernes Kochgeschirr – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  10. Zwilling/STAUB: Die kulinarische Welt von STAUB (Know-how) – Hersteller (abgerufen 15.10.2026)
  11. KÜCHENPROFI: Emailliertes Gusseisen – Gebrauchs- und Pflegeanleitung (PDF) – Hersteller-Anleitung (abgerufen 15.10.2026)
  12. Santos Grills: Gebrauchs- und Pflegeanleitung Gusseisen (PDF) – Hersteller-Anleitung (abgerufen 15.10.2026)
  13. DGE: Pflanzliche Öle (Rauchpunkt) – Deutsche Gesellschaft für Ernährung (abgerufen 15.10.2026)
  14. DGUV Fachbereich AKTUELL FBFHB-004: Brandgefährdung durch Selbstentzündung brennbarer Materialien (Stand 25.11.2019) – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (abgerufen 15.10.2026)
  15. BG ETEM S 258: Umgang mit selbstentzündungsfähigen Pflanzenölen – Berufsgenossenschaft (abgerufen 15.10.2026)
  16. chemie.de Lexikon: Grauguss (Werkstoffkunde) – Lexikon (abgerufen 15.10.2026)